Erdbebenhilfe für Onna - Das Deutschen Engagement

Bild vergrößern Deutsches Engagement in Onna nach dem Erdbeben 2009

Besonders getroffen wurde die Ortschaft Onna mit ihrer rund 1000 jährigen Geschichte: Von den 280 Bewohnern wurden 41 getötet. Jede Familie in Onna hat Angehörige verloren. 90% der Häuser wurden zerstört. Auch die öffentlichen Einrichtungen in Onna, wie Kirche, Kindergarten und Seniorenbegegnungsstätte wurden bei dem Erdbeben schwer beschädigt.

Am 11. Juni 1944 hatte die deutsche Wehrmacht in Onna 17 unschuldige Zivilisten, darunter Frauen und Jugendliche, im Rahmen einer Vergeltungsaktion exekutiert. Aufgrund dieser tragischen historischen Verbindung hat Deutschland entschieden, seine Hilfsleistungen auf das zum Symbol des Erdbebens gewordene Onna zu konzentrieren.

Der Wiederaufbau Onnas wird mehrere Jahre in Anspruch nehmen. Die deutsche Initiative will eine komplementäre Unterstützung zur Wiederaufbauhilfe des italienischen Staats bieten:

- Das Auswärtige Amt finanzierte unmittelbar den Einsatz eines neunköpfigen THW-Teams sowie eines Baufachberaters (i.H.v. 140.000 €)

- Das BMVBS hat 2010 3,5 Mio. Euro für die bautechnisch anspruchsvolle Wiederherstellung der Ortskirche Onna San Pietro Apostolo aus dem 13. Jh. zugesagt. Die Diözese Rottenburg-Stuttgart hat sich bei den Vorarbeiten für die Renovierung besonders engagiert und eine Glocke gespendet. Das BMVBS hat Februar 2012 einen deutschen Nachguss der beim Erdbeben beschädigten großen Glocke des Geläuts nach Onna geliefert; sie ist derzeit im Gemeindehaus aufgestellt. Die Verantwortung für die Durchführung des Gesamtprojekts liegt seit Anfang 2011 auf italienischer Seite. Nach Ende der Vorarbeiten und Ausschreibung wird mit einer Bauzeit von 18 Monaten gerechnet.

- Der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer hat persönlich ca. 80.000 Euro Spenden eingeworben.

- Die Botschaft warb – Stichwort: „Public-Private-Partnership“ – bei der in Italien ansässigen deutschen Wirtschaft, in Bundesländern und bei Privatleuten um Unterstützung für die Wiederaufbauhilfe und hat hierfür Spendenkonten eingerichtet. Spenden kamen von mehreren deutschen Unternehmen, an erster Stelle eine Spende der Volkswagen AG in Höhe von 1 Mio. €. Weitere erhebliche Beiträge leisteten Unicredit, Deutsche Bank Italia, ThyssenKrupp Italia und E.on Italia. Die Bürger der Partnerstadt Rottweil haben allein ca. 300.000.- Euro gesammelt.

Als erste sichtbare Wiederaufbaumaßnahme wurde aus diesen Spenden ein Bürgerhaus „Casa Onna“ auf dem Grundstück des zerstörten Gemeindehauses gebaut (Kosten: 1,3 Mio. €). Somit hatten Onnas Bürger wieder eine Begegnungsstätte. Die „Casa Onna“ wurde am 7. Oktober 2010 vom deutschen Botschafter offiziell im Beisein der Hauptspender an die Onnesi übergeben. Das Bürgerhaus wird seitdem als Veranstaltungort für zahlreiche regionale und überregionale Veranstaltungen von Gruppen aus ganz L'Aquila genutzt.

Zur Vorbereitung der städtebaulichen und stadtgestalterischen Planung des neuen Onna wurde mit den Spendenmitteln ein Masterplan und ein Wiederaufbauplan finanziert. Die Dokumente wurden der Stadt L'Aquila zum zweiten Jahrestag am 6. April 2011 übergeben.

Ein weiteres Projekt ist die Wiederherstellung des ehemaligen Kindergartens und Umwandlung zu einem Museum der Ortsgeschichte. In dem Gebäude soll ferner ein Literatur-cafè eingerichtet werden sowie ein ärtzliches Ambulatorium.

Deutsch-italienische Parlamentariergruppe des Bundestag in L'Aquila und Onna

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