Informationen zur Konferenz "Integration von Migranten, ihren Familien und jungen Menschen"

Konferenz

Integration von Migranten, ihren Familien und jungen Menschen

11. Juni 2007, um 9:30 Uhr
Auditorium des Goethe- Instituts Rom
Via Savoia, 15 - 00198 Roma

Italien und Deutschland verbinden eine lange Migrationserfahrung. Seit dem 2. Weltkrieg kamen über vier Millionen italienische Arbeitnehmer nach Deutschland. Derzeit leben in Deutschland ca. 540.000 italienische Staatsbürger. Dies ist in Deutschland die zweite ausländische Gruppe nach den türkischen Staatsbürgern, die 1,8 Mio Menschen ausmacht. Gleichzeitig ist Deutschland das Land mit den meisten Auslandsitalienern.

Deutschland hat seit den 50-er Jahren eine Erfahrung mit Zuwanderung. Deutschland musste lernen, dass nicht nur Arbeitskräfte kamen, sondern Familien mit Kindern. Die erste Einwanderungsgeneration war zu großen Opfern bereit - verglichen diese Menschen doch ihre aktuelle Lebenslage mit der ihres Heimatlandes. Dies änderte sich grundlegend mit der zweiten und dritten Generation. Deren Vergleichsmaßstab sind die Menschen in Deutschland. Wie schwierig dieser Angleichungsprozess ist, kann selbst am Beispiel der italienischen Migranten beobachtet werden, die sich vergleichsweise gut integriert haben.

Heute leben in Deutschland ca. 6,8 Mio. Ausländer. Die Zahl der Ausländer ist in den letzten 10 Jahren mit einer Ausländerquote von 8,8% stabil geblieben. Nimmt man die eingebürgerten und deutschen Staatsbürger mit einem oder beiden Elternteilen mit Migrationserfahrung hinzu, so steigt die Zahl der Personen mit Migrationshintergrund auf über 15,3 Mio. (Zuwanderung seit dem 2. Weltkrieg). Von Ihnen kamen aus der Türkei 2,4 Mio., aus Russland 1 Mio., aus Polen 760.000 und aus Italien 670.000 Menschen.

Italien ist ein altes Auswanderungsland, gehört aber heute zu den Ländern Europas mit der stärksten Zuwanderung. 2001 – 2005 stieg die ausländische Bevölkerung um ca. 1,4 Mio. Personen. Am 01.01.2006 waren ca. 2,7 Mio. Ausländer in Italien gemeldet. Die Ausländerquote beträgt 4,5%. 2005 kamen fast 20 % aller Neueinstellungen aus damals Nicht-EU-Staaten (Rumänien und Bulgarien noch nicht EU-Mitglied). Italien befindet sich in einer vergleichbaren Situation wie Deutschland in den 60er und 70er Jahren, als die sozialen Folgen der Zuwanderung nur am Rande diskutiert wurden. In diesen 20 Jahren stieg die Zahl der ausländischen Staatsbürger in Deutschland um ca. 3,9 Mio.

Die Erfahrungen unserer beider Länder, und nicht zuletzt die Aktualität dieser Thematik, waren Anlass für diese Veranstaltung, die nicht nur Italien und Deutschland sondern die die EU und alle ihre Mitgliedstaaten betrifft. Die Mobilität innerhalb Europas bietet nicht nur ökonomische Vorteile sondern fördert das Zusammenwachsen der Menschen in Europa und trägt zur Entwicklung einer europäischen Identität bei. Die Veranstaltung soll damit auch einen Beitrag zum „Europäischen Jahr der Chancengleichheit für alle“ leisten.

Im Mittelpunkt der Konferenz sollen Fragen der Integrationspolitik stehen, wobei besonders auf die Probleme der Familien und junger Menschen eingegangen werden soll. Unter anderem geht es um:

  • das Erlernen der Landessprache schon im Kindesalter,
  • die Schul- und Berufsausbildung,
  • der Wohnungssuche,
  • der Gesundheitsversorgung,
  • Maßnahmen zum Abbau von etnischer oder religiöser Diskriminierung.

Beide Regierungen wissen um die sozialen Folgen der Zuwanderung und haben viele Initiativen zur Förderung einer aktiven Integration auf den Weg gebracht. Hierauf werden eingehen Frau Staatsministerium Prof. Böhmer und Herr Minister Ferrero.

Persönlich steht Ihnen zur Verfügung:

Herr Botschaftsrat
Klaus Schmitz
Deutsche Botschaft
Via San Martino della Battaglia 4
I-00185 Rom

Tel: 0039.06.49213-220