Die Veranstaltung in Atena Lucana am 10.September 2005
Tausend Menschen feierten auf der Piazza von Atena Lucana den fünfzigsten Jahrestag der Unterzeichnung des deutsch-italienischen Anwerbeabkommens
Die Botschaft und die vier größten Patronati Italiens hatten am 10.September zu einem Fest nach Atena Lucana eingeladen, um an die Unterzeichnung des Anwerbeabkommen zwischen Italien und der Bundesrepublik Deutschland 1955 zu erinnern.
Gemäß dem Motto „Ich erinnere mich an den Tag als ich wegfuhr“ standen Erzählungen der zurückgekehrten Migranten im Mittelpunkt der Veranstaltung auf der Piazza im dem kleinen Ort in der Provinz Salerno, Kampanien.
Aussicht auf Arbeit und einen höheren Verdienst seien die Gründe für die Migration nach Deutschland gewesen, erzählten die Rückkehrer. Den etwa tausend Zuhörern wurde deutlich, dass viel Mut und Durchhaltevermögen, besonders in der Anfangszeit des Aufenthalts in Deutschland, nötig waren. Es zeigte sich jedoch auch, dass die Zeit in Deutschland bei allen in guter Erinnerung geblieben ist. Botschafter Gerdts lobte in seiner Rede den Einsatz der Emigranten für den wirtschaftlichen Aufbau Deutschlands und den Beitrag zur Annäherung der beiden Völker. „Ich möchte meiner hohen Achtung und meiner Wertschätzung für die Arbeit von Millionen italienischen Migranten Ausdruck verleihen, besonders den hier anwesenden, die in Deutschland gewesen sind. Ohne Ihren Beitrag hätte die deutsche Wirtschaft in der Nachkriegszeit niemals solch einen schnellen Aufschwung erfahren. Auch dafür danke ich Ihnen von ganzem Herzen.“ Er hoffe, die Menschen hätten ein Stück Deutschland mit nach Italien genommen, genauso wie Deutschland durch die etwa vier Millionen Italiener, die seit 1955 nach Deutschland gekommen sind, ein Stück italienischer geworden sei.
Auch der Bürgermeister von Atena Lucana unterstrich die Bedeutung der Migranten für Deutschland, aber auch für die Region des Vallo di Diano. Seine Gemeinde hatte den ganzen Ort in ein Meer von Fahnen und Transparenten getaucht, ein kulturelles Rahmenprogramm, bestehend aus dem Konzert von zwei Tenören und einem Saxophonquartett, organisiert und brachte den Gästen eine große Offenheit und Herzlichkeit entgegen.
An einem langen Straßenbuffet gab es nach dem Ende des offiziellen Teils Spezialitäten aus der Region für alle Gäste. Dabei ergaben sich zahlreiche persönliche Gespräche zwischen den Migranten und Botschafter Gerdts, der noch einmal die Brückenbauerfunktion der Migranten herausstellte.
An drei weiteren Veranstaltungen in Regionen im Süden Italiens wird die Veranstaltungsreihe fortgesetzt: am 15. Oktober in Butera auf Sizilien, am 24. Oktober in Cirò in Kalabrien und am 19. November in Nardò in Apulien.