Gedenkfeier aus Anlass des 50. Jahrestag des Anwerbeabkommens in Butera

„Ich erinnere mich an den Tag als ich wegfuhr“ war ebenso wie in Atena Lucana (Kampanien) auch das Motto der Veranstaltung der Deutschen Botschaft und des Deutschen Generalkonsulats in Neapel am 15. Oktober in Butera in der Provinz Caltanissetta (Sizilien).
Wie schon in Atena Lucana am 10. September standen auch in Butera die Erlebnisse und Erinnerungen der ehemaligen Migranten im Mittelpunkt. 
Zuvor gab es einen festlichen Auftakt mit Musikkapelle und Folkloregruppe auf dem Stadtplatz – Gelegenheit für viele Bürger, die früher einmal in Deutschland gearbeitet hatten, mit dem deutschen Generalkonsul in Neapel, Jürgen Krieghoff, das persönliche Gespräch zu suchen. „Sie stellen eine Brücke zwischen unseren Ländern dar“, so beschrieb Generalkonsul Krieghoff in seiner Ansprache die Rolle, die die aus Butera und anderen Orten stammenden Italiener in Deutschland spielen.
Kern der Veranstaltung waren Interviews mit den ehemaligen Migranten, unter ihnen auch Giuseppe Bruno, der seit den 60er Jahren in Frankfurt lebt und seine Erlebnisse in dem soeben in Deutschland erschienen Buch „Der Zug in die Fremde“ wiedergegeben hat. Die anschaulichen Schilderungen Brunos und vieler anderer Rückkehrer fesselten das Publikum und führten es auf eine Reise in die Vergangenheit.
Deutlich wurde, wie sehr die Migration Deutsche und Italiener miteinander verbunden hat. Im Falle Buteras gilt dies besonders für die Partnerstadt Gevelsberg: Noch heute leben über 1000 Buteresi in Gevelsberg. Bürgermeister Klaus Jacobi aus Gevelsberg, der eigens zur Gedenkveranstaltung angereist war, wurde begeistert empfangen. Bei dem von der Stadt für alle Besucher ausgerichteten Buffet und Musik und Tanz von den Folkloregruppen „La Cordella“ „Gelica“, ergaben sich noch viele Gelegenheiten für deutsch-italienische Gespräche und Begegnungen.
Die Veranstaltungsreihe wird am 24. Oktober in Cirò in Kalabrien und am 19. November in Nardò in Apulien fortgesetzt.