Bilaterale Kulturbeziehungen

Die in zwei Jahrtausenden gewachsenen kulturellen Beziehungen zwischen Deutschland und Italien sind außerordentlich eng und freundschaftlich. Auf beiden Seiten ist das Interesse an der Kultur- und dem Geistesleben des Partners sehr ausgeprägt, was zu einem regen Austausch zwischen den beiden Ländern führt. Chefpilot des weltberühmten italienischen Rennstalls Ferrari ist der Deutsche Michael Schumacher; Chefredakteur der hoch angesehenen deutschen Wochenzeitschrift „Die Zeit“ ist der Italiener Di Lorenzo.

Die deutsche institutionelle Präsenz in Italien ist weltweit einzigartig. In Italien arbeiten insgesamt sieben Goethe-Institute (Genua, Mailand, Neapel, Palermo, Rom, Triest, Turin). Darüber hinaus unterhält die Bundesrepublik in Italien eine Reihe hochkarätiger wissenschaftlicher und kultureller Einrichtungen: Das Deutsche Archäologische Institut, das Historische Institut, die Bibliotheca Hertziana in Rom, die Deutsche Akademie Villa Massimo, die Casa di Goethe, die Casa Baldi und Villa Serpentara in Olevano Romano, das Deutsche Kunsthistorische Institut und die Villa Romana in Florenz, die Europäische Akademie für Musik und Darstellende Kunst in Montepulciano, das Studienzentrum Venedig, sowie gemeinsam mit Italien die Villa Vigoni in Menaggio am Comer See. Die älteste dieser Einrichtungen, das Deutsche Archäologische Institut, wurde bereits 1829 gegründet, die jüngste, die Casa di Goethe,  wurde 1997 ins Leben gerufen. Allen gemeinsam sind das hohe Ansehen, das sie im Lande genießen, ein hervorragender internationaler Ruf und die enge Verflechtung mit dem italienischen Kultur- und Geistesleben.

In den Bereichen Musik, Theater und Ausstellungen existiert darüber hinaus eine enge Zusammenarbeit, die in vielfältigen direkten Kontakten zwischen Künstlern, Ensembles und Museumsfachleuten ihren Ausdruck finden.

Die ca. 30 deutsch- italienischen Kultur- und Freundschaftsgesellschaften, die zum großen Teil durch Mittel der Bundesrepublik unterstützt werden, sind durch ihre Sprach- und Programmarbeit wichtige Mittler im deutsch- italienischen Kulturaustausch. Viele von ihnen verfügen über Bibliotheken und Videotheken und sind Anlaufstellen für alle an Deutschland Interessierten.

An drei deutschen Schulen (Rom, Mailand und Genua) werden rund 2300 Schüler unterrichtet. Am Gymnasium "Luigi Galvani" in Bologna besteht zudem seit dem Schuljahr 1998/99 ein deutschsprachiger Zweig, bei dem der Deutschabschluss Bestandteil des italienischen Abiturs ist und der den Hochschulzugang in Deutschland ohne weitere Sprachprüfung ermöglicht.

Die Schulreform, die gegenwärtig in Italien umgesetzt wird, sieht die obligatorische Einführung einer zweiten Fremdsprache an den Mittelschulen (ab Klasse 6) vor. Auf Initiative der Deutschen Botschaft und des Goethe-Instituts ist Ende 2004 eine landesweite Werbekampagne für Deutsch an italienischen Schulen angelaufen. Mit der Unterstützung von ca. 200 italienischen Deutschlehrern, Lektoren und Fremdsprachenassistenten und unter Einbeziehung des Deutschen Akademischen Auslandsdienstes (DAAD) und der deutsch-italienischen  Kulturgesellschaften  werden  italienische Schüler motiviert, Deutsch zu erlernen.

Das europäische Sprachenprogramm „LINGUA 2000“ wurde von Italien umgesetzt. Das Goethe-Institut hat hierzu Lehrpläne und Prüfungen für extrakurrikularen Unterricht entwickelt, mit denen landesweit ca. 30.000 Schüler unterrichtet wurden. Das Goethe-Institut ist in Italien im Bereich der „Externen Zertifizierung“ vom Ministerium für Unterricht, Universität und Forschung offiziell als Prüfungspartner für Deutsch als Fremdsprache anerkannt. In Anlehnung an den Europäischen Referenzrahmen werden Prüfungen auf verschiedenen Niveaustufen angeboten, differenziert nach Prüfungen für die Schule und Prüfungen für die Universität.

An bislang fünf Schulen konnten 2005 Prüfungen für das Deutsche Sprachdiplom II (DSD-II) abgenommen werden. In Italien bereiten sich zur Zeit 13 Klassen auf das DSD II vor. Eine durch das Bundesverwaltungsamt entsandte Fachkraft baut Kontakte zu potentiellen DSD-II-Schulen auf und begleitet die Schulen bis zu den DSD-II-Prüfungen.

Auch zahlreiche italienische und deutsche Universitäten sind durch Partnerschaften miteinander verbunden. 2003 wurde das deutsch- italienische Hochschulzentrum (DIH) gegründet, mit dessen Hilfe der deutsch- italienische akademische Austausch intensiviert werden soll. Auf deutscher Seite ist der DAAD beteiligt, auf italienischer Seite die Universität Trento.

In Italien gibt es verschiedene deutsch- italienische Studiengänge und Graduiertenkollegs (z.B. Florenz - Braunschweig im Bereich Ingenieurwissenschaften). Es ist vorgesehen, das System der bilateralen Studiengänge auszubauen.

Im Oktober 2004 konnte in Rom ein IC-Lektorat (Informationsbüro) des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) eingerichtet werden. Das IC-Büro berät italienische Studierende, junge Wissenschaftler und Professoren über das deutsche Hochschulsystem sowie über Studien- und Forschungsmöglichkeiten in Deutschland. Neben den DAAD- Austauschlektoren sind derzeit zahlreiche Deutschlektoren als sog. freie Lektoren an italienischen Universitäten tätig. Über den DAAD werden des Weiteren zahlreiche Stipendien an Studenten und Wissenschaftler aller Fachrichtungen vergeben. Junge italienische Wissenschaftler können Förderungen zudem auch über die Alexander von Humboldt- Stiftung beantragen. Austauschprogramme für Wissenschaftler bietet die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) und der Consiglio Nazionale della Ricerca (CNR).

Bilaterale Abkommen im Kulturbereich

  • Kulturabkommen vom 8.2.1956
  • Äquivalenzabkommen über gegenseitige Anerkennung von Studienzeiten und akademischen Graden von 1993 (seit dem 23.2.1996 in Kraft)
  • Vereinbarung über die Anerkennung der deutschen Schulen in Italien vom 2.4.1974
  • Vereinbarung über die Einrichtung deutscher Abteilungen an italienischen Gymnasien und italienischer Abteilungen an deutschen Gymnasien vom 14.10.2004

Bilaterale Kulturbeziehungen

Segeln, was das Zeug hält

Die drei Deutschen Schulen in Italien

Die 3 Deutschen Schulen in Rom, Mailand und Genua werden pro Schuljahr von ca. 2000 Schülern besucht, davon ca. 500 deutsche Staatsangehörige. Bei den anderen Schülern handelt es sich zum überwiegenden Teil um italienische Staatsangehörige.

Tedescoweb

Weitere Informationen zu Veranstaltungen der deutschen Kultur in Italien finden Sie auch unter:

Das Kalender der deutschen Kulturveranstaltungen in Italien